Früh am Morgen packten wir unsere sieben Sachen, denn wir wollten schließlich in den Dschungel. Genauer gesagt, nach Umphang.
Beim Frühstücken lernten wir einen Wahlaustralier kennen. Dieser fährt mit seinem Motorrad in seine Heimat nach Irland zurück. Er wird wohl in Summe eineinhalb Jahre und 40.000 Milen auf seinem Bike verbringen. Was für ein Abenteuer!
Zu Fuß ging es zur Busstation zurück. Nun wussten wir, dass wir schon weit im Westen waren. Mit Händen und Füßen und Reiseführer erklärten wir, dass wir nach Umphang wollten. Und dann kam es wie befürchtet. Wir stiegen in ein Songthaew (aus Wiki ;): Sammeltaxi – Überdachung und ein seitlich meist halboffener Aufbau. Die Fahrgäste sitzen sich auf Bänken an den Seiten gegenüber, ohne Sicherheitsgurte und ohne Armlehnen. Falls keine freien Sitzplätze mehr vorhanden sind, werden Passagiere auch auf den Heck-Plattformen mitgenommen, wo sie sich an Stangen festhalten können.)

Wir gurgten zuerst eine! Stunde in Mae Sot rum. Sammelten Leute auf und aber vor allem Lebensmittel, Blumen und einen Ventilator. Es fehlte nur noch die Henne. Es gibt in diesem abgelegenen Ort keine Post. Alles wird per Taxi, früher war es die Postkutsche, von A nach B mitgenommen.


Mir war schon ganz übel und dabei waren wir noch nicht mal am Highway.


Vor uns lagen 167 km Serpentinen, Schlaglöcher, Abgase und Regen. Das Wetter wurde zunehmend schlechter. Es regnete von allen Seiten in den Bus. Es war laut, kalt und nass. Darüber hinaus konnten wir nur durch unsere Buff’s atmen, die auch nicht mehr taufrisch waren. Mittlerweile können wir es nachvollziehen, warum so viele Menschen mit Mundschutz rum laufen. Die Autos haben keinen Katalysator. Vor allem in den Städten ist der Verkehrsgestank oft kaum auszuhalten. Bei unserer Fahrt nach Umphang hätten wir quasi for free noch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung mitbekommen. Übel!

Nach einer Pinkelpause und auf halber Strecke war ich dann völlig am Ende. Es regnete in den Bus. Das Wetter wurde zunehmend schlechter. Es war laut, kalt und nass. Zudem stieg eine Frau ein, die durchweg telefonierte. Gefühlt war es ein Monolog und was die für eine Lunge haben muss. Ohne Punkt und Komma – zum erwürgen. Eine Reisetablette musste her.
Die nockte mich dann völlig aus und ich konnte ein wenig schlafen oder alles im Slow-Modi miterleben.






Endlich angekommen – wir waren die Letzten die ausstiegen. Zimmer gesichtet, für gut befunden und eingecheckt. Einige Minuten darauf kam auch gleich der Guide für die angefragte Tour. Dann nur noch schnell Bargeld am Automaten holen und die Tour in den Dschungel und zum höchsten Wasserfall Thailands ist gesichert. So der Plan. 6 Bankautomaten später hatten wir alles gesehen, was man hier entdecken konnte, nämlich nichts und trotzdem kein Bargeld.
Da wir an unsere Situation nichts ändern konnten, aßen wir noch was Warmes am Straßenrand. Zurück in unserer Blockhütte duschten wir warm. WiFi lief nicht. Es regnete. Aber, Gott sei Dank, wir lagen im Bett, über uns das Moskitonetz und schauten Filme übern Laptop. An dieser Stelle, danke Emi! Die Filme die du mir vor 3 oder 4 Jahren mal gegeben hattest bescherten uns einen tollen Abend.